»Schweigend saßen sie da und sahen
zu, wie der Tag anbrach, gefangen
von
jenem magischen Augenblick der Savanne, wenn die
Finsternis zu Licht zerschmilzt.

Dies war Wildererland, ungezähmt und einsam. Sobald die
Wilderer ein Fahrzeug oder einen Helikopter sahen,
konnten sie wie Chamäleons mit der Savanne
verschmelzen, völlig eins werden mit der Natur. Aus der
Luft waren sie nicht zu entdecken. Der einzige Weg, sie
zu fassen, war der Überraschungsangriff.«

Ist der Griff der Mafia auf Kenia noch zu stoppen? Die
beiden Ranger Kimathi und Burkell nehmen den Kampf
mit den Wilderern auf und erkennen, dass deren
Hintermänner nicht nur hinter Elfenbein her sind.

Meja Mwangi, einer der markantesten Schriftsteller
Afrikas, zeigt einmal mehr, was für ein mitreißender
Erzähler er ist.

REZENSIONEN
Ein liebevoller fröhlicher Roman

Als Grace ihr zehntes Kind auf die Welt
bringt, fällt im kleinen ostafrikanischen
Krankenhaus die
Elektrizitätsversorgung aus.
Oberschwester Nacht gelingt es
trotzdem,
die Geburt glücklich zu beenden, und Grace ist
äusserst zufrieden, da das Baby ein Junge ist. Der erste Junge,
den ihr grantiger Mann Toma dringend benötigt, weil er Chief
seines Clans werden will. Und dies ist erst nach der Zeugung
eines männlichen Nachkommens möglich. Allerdings hat das
Neugeborene einen optischen Haken: Es ist weiss und hat
grüne Augen. Dies ist ein Affront, wenn auch nicht klar, aus
welcher Richtung: Ist Hexerei im Spiel, oder war Grace gar
untreu? Und was wäre schlimmer?

Meja Mwangi schuf mit "
Happy Valley" einen liebevollen,
fröhlichen Roman, voller trockenen Humors. Er verpackt die
alltägliche afrikanische Tragik gekonnt in Nebensätze; erst
einige Sekunden später erreicht den Lesenden das Entsetzen,
wenn er realisiert, was er da vernommen hat: Der einzige Arzt
des Krankenhauses hat sich vor Jahren davongeschlichen und
dabei die Solaranlage mitgehen lassen. Und das einzige
Telefon des Krankenhauses ist nicht verbunden - die
Leitungen hören nach der Gebärstation einfach auf und
hängen ins grosse Nichts. Trotzdem telefonieren
Oberschwester Tag und Oberschwester Nacht mit nicht
vorhandenen Ärzten in Nairobi, wenn ein Patient grosse
Schmerzen erleidet und sie nicht mehr weiterwissen. Offenbar
ist der Placebo-Effekt in Afrika noch wirkungsvoller als im
konsumüberladenen Europa.

Den Druck des Klans, den Mann-Frau-Konflikt, die Schwierigkeit
der Geschlechter, sich im heutigen afrikanischen Alltag zu
positionieren, beschreibt Meja Mwangi unterhaltend, mit
Feingefühl, leichter Ironie doch einem spürbaren Respekt vor
den Traditionen seiner Heimat. Seine Hauptfiguren sind die
wohl echten Heldinnen des afrikanischen Alltags: Die Frauen,
die selbst heute noch Unglaubliches leisten müssen; dies auch
tun - und zwar lächelnd.

Bea Berczelly

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»Ein Junge aus Kenia: Kariuki. Ein
Junge aus England: Nigel. Zwei Welten
treffen aufeinander. Die
eine ist schwarz wie die
Nacht im Dschungel, die andere weiß wie das Hemd unterm
Tweedanzug. Stoff für eine Schwarz-Weiß-Ge-schichte voll
praller Exotik, wäre da nicht der Alltag. Und der ist eben nicht
schwarz oder weiß...

Kariuki, der Erzähler, hat seine liebe Not mit Nigel. Der will
einfach nicht verstehen, dass alle Gesetze sein Großvater
schreibt, dass der Fluss, das Wasser, die Fische, eben alles,
dem Großvater gehören. Die heimlichen Treffen der beiden
geraten zu zärtlichen, gelegentlich komischen, ja manchmal
grotesken Annäherungen zweier Welten. Nigel berichtet Kariuki
>von einem afrikanischen weißen Mann namens Tarzan, der mit
den Affen auf den Bäumen lebte und der König des Dschungels
sek Kariuki dagegen kennt nur einen König des Dschungels:
Old Moses, das Warzenschwein ...

>Kariuki und sein weißer Freund< ist ein Buch, das man jedem
ans Herz legen möchte.«

(Brigitte Jakobeit in: Die Zeit)

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis
Ben schlägt sich auf der
Baustelle als Hilfsarbeiter durch
und kümmert sich um Winis Sohn
Baby. Wini
verdient ihr Geld als Schreibkraft -
und zwischendurch auch in den Bars. Sie lieben sich
heiß, aber wer in der River Road keinen kühlen Kopf
behält, geht unter. Vielleicht, denkt sich Wini, ist es
doch besser, mit dem weißen Chef durchzubrennen?


Dieser Roman ist turbulent und hart wie die glitzernde
Metropole, wo Wolkenkratzer und Wellblechhütten
dicht beieinanderliegen, wo das Ideine Glück im
Überlebenskampf nicht länger anhält als ein Glas Bier.
»Dieser Roman ist reich an Farbe, Realismus und Witz.
Kaum einer der Stadt-Romane der neuen Literatur
Afrikas reicht an ihn heran.«
Frankfurter Rundschau

Die deutsche Erstausgabe erschien im Peter Hammer
Verlag, Wuppertal.
Unionsverlag Taschenbuch
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